Norwegen - Schweden - Finnland - Fotos: Helmut Dietz, Bielefeld

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Das Nordkap ist teuer ...

Übernachtung im Olderfjord Hotell, nur einen Steinwurf vom Meer und den Läufern entfernt, die wieder in einer Schule hausen ...

OLderfjord-HotellDie Inflation scheint hier ums Nordkap höher zu sein als sonstwo. Die Angaben im 2007 herausgegebenen bzw. aktualisierten Reiseführer werden bei weitem übertroffen. Heute kostet ein Einzelzimmer 72 € incl. Frühstück aber ohne Internet. Das kostet noch einmal 5 NOK zusätzlich ...

Auf jeden Fall ist eine Nordland-Reise nichts für den schmalen Geldbeutel - oder für Schotten oder Schwaben ...

Wäre schon einmal interessant, eine Rechnung aufzustellen: Flug, Mietwagen und Unterkunft im Vergleich zum eigenen Wohnmobil. Der Vorteil hier im Sommer ist, dass man ja auch nachts ordentlich fahren kann ...
19.6.09 20:02


Drittletzte Etappe: 93 Kilometer zum Olderfjord

Wohnmobil-Karawane... 93 km von Meereshöhe in ein Mittelgebirge laufen, dann ewig lange Ebenen hindurch, dann wieder hinauf und hinunter, zum Schluß wieder ans Meer. Das alles bei max. 8,5 Grad, ständigem Gegenwind, kaum Vegetation und schon jetzt ein Riesenverkehr Richtung Nordkapp. Ein Wohnmobil nach dem anderen. Mal ein Ford, mal ein Fiat, mal ein Citroen, mal ein Mercedes ... alles was das Herz begehrt. Meist sind es Pärchen, die mit relativ handlichen Wohnmobilen das "Abenteuer Freiheit" kosten und sich die lange Fahrt zum nördlichen Ende der Welt - zumindest in Europa - antun.

unzertrennlich02Bei den Platzierungen wird sich wohl nicht mehr viel tun. Nur um den zweiten Platz in der Männerwertung wird noch gefightet. Das Strategiespiel ist sicherlich für Rene und den großen Japaner eine anstrengende Sache. Rene liegt nur wenige Minuten zurück. Läuft er vorne, muss er Druck machen und hoffen, dass der Japaner abreißen lassen muss. Läuft er hinten, wird Takasumi langsam laufen und sich damit schonen ...

Sei es wie es will. Beide sind nach Rainer Koch, der unangefochten Erstplatzierte, ein tolles Rennen gelaufen. Und wenn es nach fast 4.500 Kilometer halt einige Minuten Unterschied sind, was soll's. Später wird die beiden keiner mehr fragen, wie lange sie gebraucht haben und welchen Platz sie belegt haben ...
19.6.09 19:26


Zum Thema: Rentiere

Reindeer-Rock-Painting... schöner als dieses Exemplar, das von einem uralten Meister stammt, kann man ein Rentier nicht fotografieren. Aber vielleicht schaffen wir es doch noch. Heute haben wir gehört Hammerfest soll das Zentrum der Rentiere momentan sein. Na das werden wir uns aber bald mal anschauen ...
19.6.09 00:22


Drittletzte Etappe nach Olderfjord

KircheVon Rafsbotn geht es morgen nach Olderfjord, fast 93 Kilometer. Die Läufer werden von Meereshöhhe in ein Gebirgsgebiet laufen, das vielleicht einem eingefleischten Nordmann das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt, aber für die Läufer eine sehr schwere Prüfung sein wird. Oben ist nichts, kein Baum, kein Strauch und von weitem kann man die schneebedeckten Berge sehen ...

Dazu weht ein eisiger Wind. Wir sind knapp vor dem Nordkap zu dem im Jahr - und das ist hier sicher kürzer als 12 Monate - 200.000 Touristen pilgern sollen ...

Wir wünschen allen TEFR-Teilnehmer, dass sie es auch erreichen werden ...

Foto: ... wohl eine der nördlichsten Kirchen - zumindest Europas ... auf dem Weg nach Olderfjord kurz vor Skaidi ...
19.6.09 00:04


24:00 Uhr: bei Sonnenschein in Skaidi

... endlich haben wir wieder Internet im Hotel. "Leider" aberauch gesprächige Gäste im Aussichts-Kaminzimmer. Es sind Esten, die für reiche Leute Häuser bauen. Und wenn man schon alles hat, dann braucht man auch 300 qm knapp am Nordkap mit Sauna, Whirlpool und llem was so dazu gehört. Natürlich alles handgemacht - sagen die Esten ...

Vielleicht schauen wir uns morgen eine Nordland-Villa an ...

Kurzer Nachtrag: nach Kautokeino ging es nach Maze oder Masi. Während Kautokeino das Lappen-Zentrum sein soll, ist Masi nur ein kleines dort am Fluss. Ein bisschen erinnert es an ein Indianerdorf. Überall stehen irgend+welche Stangen zusmmen und manche sind auch mit Planen abgedeckt und sind Zelte.

MarkusWir haben uns 20 Kilomter von Masi entfernt in einem wunderschonen "Fellstue" einquartiert. Und das Frühsttück war aller erste Sahne. Alles war bereita am Tisch und die Aussicht auf die Laufstrecke und die Läufer war natürlich auch klasse.

Um Masi und einen geplanten Staudamm gab es vor vielen Jahren einmal richtig Zoff. Masi sollte überflutet werden. Der Staudamm wurde etwas kleiner gemacht. Von der Fjellstue kann man auch den Canyon besuchen. Das machen im Winter Schlittenhundetouristen, sagt die Wirtin.

FjellstueDas nächste Etappenziel wurde heute mit Rafsbotn erreicht. Es war eine der landschaftlich schönsten aber für die Läufer sicher auch eine der härtesten Etappen. Es ging laufend eine Schlucht hinunter mit jeder Menge Wasserfällen. Unten war es natürlich spektakulär grün und die Stadt Alta hat es uns angetan.

In Alta haben wir die Felszeichnungen angeschaut und den Komsa-Berg bestiegen. Beide Ausflüge mit tollen Aussichten auf den Altafjord ...

Als wir spät Richtung nächstes Etappenziel fuhren, es durfte etwa 20:00 Uhr gewesen sein, kamen die letzten Läufer Richtung Rafsbotn gelaufen ...
18.6.09 23:48


Etappe 59: Kautokeino, Norwegen

Finnmarksvidda... über 80 Kilometer waren heute für die Tanseuropaläufer zu bewältigen, bei einer Kälte von 5 bis 8 Grad mit Dauerregen und Wind von vorne. Dazu ging es stetig bergauf in die Finnmark. Inzwischen sind außer Birken keine Bäume mehr zu sehen und auf den Bergen der umliegenden Fjells liegt noch Schnee ... von Sommer keine Spur.

Mit-NaviHier Leistungen einzelner herauszuheben verbietet der Anstand ...

Uns war es so kalt, dass wir jetzt nun doch wußten, warum wir 143 € für Übergepäck zahlen mussten. Die haben sich inzwischen bezahlt gemacht. Die "Schlittenhund"-Jacken und die Bergschuhe sollten auch im "Sommer" nördlich des Polarkreises nicht fehlen. Handschuhe wären allerdings auch gut gewesen ...

Die bis vor kurzem führende und leider ausgeschiedene Japanerin fährt momentan mit einem Begleitfahrzeug die Strecke auf und ab. Sie feuert die Teilnehmer genau so emotional an wie sie vorher selbst gelaufen ist ...

Spätestens bei der dritten Etappe die man bei diesem Rennen zugegen ist, hat man schon fast ein Gefühl dafür wie der fast alltägliche Ablauf ist, wann welcher Läufer, welche Läuferin kommen müsste - und welche Grüppchen zusammenfinden und gemeinsam laufen.

Stilles-ÖrtchenAber was wäre der Langstreckenläufer ohne die sprichwörtliche Einsamkeit ... und die haben viele hier mehr als genug. Und manche wollen das auch so.

"Nur ein darfst Du dabei nicht - auf falsche Gedanken kommen ..." sagte uns einer der Teilnehmer. Deshalb sei vor allem der Ultra-Langstreckenlauf auch eine Kopfsache. Ein bisschen müsse man seinen Geist schon lenken ... man laufe dann auf einer anderen Bewußtseinsebene ...

Wir haben allerdings die Bewußsteinsebene gewechselt und sind 30 Kilometer Richtung Fjell nördlich von Kautokeino gefahren. Bis wir uns mit dem geliehenen VW Golf nicht mehr weiter trauten. Nicht wegen des Golfs ...

Gejuckt hätte es uns schon, zu sehen, wo sich so manche Schlittenhundesportler herumtreiben könnten, wenn sie nicht gerade gegeneinander im Kreis herumfahren ...

Und dann haben wir uns Juhl's Silberschmiede angeschaut. Unbedingt sehenswert ...

NomadenvolkZum Thema Rentiere: Kautokeino ist ein Zentrum der Lappenkultur. Hier leben - zumindest im Winter - viele Lappen. Und natürlich sind hier Tausende Renntiere zu Hause. Blos nicht momentan. Das Volk der Samen hat sich einen Rest Nomadentum mit den Rentieren bewahrt und zieht mit den Tieren umher. Wo hin genau, das kann uns leider keiner sagen. In die Berge! In den Norden! Auf die Inseln! An die Küste! Naja, dann müssten wir ihnen ja irgendwann begegnen ...

Fotos (Helmut Dietz): ... auch in der Finnmark ... immer mit Wegweiser in der Hand unterwegs ... ob das stille Örtchen auch aufgeführt wird ... und wo sind sie, die Rentiere und die Lappen ...
16.6.09 18:48


Alain loves asics ...

Innovation... bei einem Ultralauf sind die Schuhe das wichtigste Utensil. Und jeder hat da so seine Strategie. Ein Oberpfälzer hat Schuhe des gelichen Fabrikates in unterschiedlichen Größen dabei. Und mit zunehmender Dauer des Superdauerlaufs werden Schuhe mit größeren Nummern angezogen ...

Andere laufen mit riesengroßen Schuhen und die Füße in Plastiktüten verpackt ...

Viele nehmen einfach das Messer oder die Schere. So wie Alain. Er liebt asics Laufschuhe über alles, hatte auch vier Paar dabei, auch in unterschiedlichen Größen. Aber vier Paar reichten ihm nicht. Er braucht, bis er am Nordkap ist, acht Paar Laufschuhe. Und jetzt kaufe einmal ein, wenn Du täglich im Schnitt 70 Kilometer läufst! Und dann auch noch von der Liebblingsmarke eine bestimmte Sorte in einer bestimmten Größe. In Lappland! Keine Chance ...!

Alain hat sein schweizer Messer genommen und sich als Designer versucht. Sieht doch prima aus, auch wenn es nicht die Lieblingssorte ist. Haupstsache keine Berühungspunkte mit empfindlich gewordenen Fußpartien.

Leider dürfte der Markt für Ultralaufschuhe zu klein sein, sonst gäbe es schon längst solche Schuhe - oder gibt es die sogar schon ...?

Foto (Helmut Dietz): Man kann es ihm ansehen, er ist stolz auf sein Werk!
15.6.09 22:50


Führungswechsel bei den Frauen ...

_D097715Auf der 58. Etappe hat heute Furuyama Takako aus Tokyo bei den Frauen die Führung übernommen. Zweite ist nun Elke Streicher aus Gerlingen. Die bisher haushoch in Führung liegende Hiroko Okiyama musste heute aufgeben. Uns ist Hiroko bereits in Niedersachsen aufgefallen. Ihr "emotionaler" Laufstil hatte uns beeindruckt. Jetzt musste sie dafür zahlen, dass sie nicht etwas mehr mit Köpfchen gelaufen ist ...

Die Japaner sind ein Thema für sich. Heute wurde uns erzählt, dass der Professor aus Tokyo, der auch beim TEFR 2009 dabei ist, bereits beim letzten Transeuropalauf dabei war, augeben musste, nach Tokyo flog, sich dort zwei Wochen kurierte, zurück nach Europa flog und in Warschau wieder in den Lauf bis nach Moskau einstieg.

Ist es Zufall, dass so viele Japaner bei dieser Tortur dabei sind? Was haben die Läfer und Läuferinnen gemeinsam? Das sind Fragen, die man sich immer wieder stellen kann. Eine eindeutige Antwort bekommt man nie ... zu komplex sind die Zusammenhänge ...

Bei den Japanern - erzählt man jedenfalls - ist zudem vieles anders ...

Foto (Helmut Dietz): Ging in Führung: Furuyama Takako
15.6.09 21:32


Rentier auch am Abend ...

... allerdings auf dem Teller. Im Hotelli Hetan Majatalo durften wir uns einer Jugendgruppe anschließen. Was uns beeindruckte: alle hatten Schuhe aus und hörten auf die kaum vernehmbaren Anweisungen ihres maximal 35 Jahre alten Pastors (?) mit geflochtenem Langhaar und Ziegenbart. Und bevor es zum Buffet ging wurde ein frommes Lied gesungen, mit "Amen" abgeschlossen und dann Tisch für Tisch ans Buffet gegangen. Die Jugendlichen waren zwischen 16 und 18 ...!

Rentierfleisch wurde in feinen Scheiben bzw. Streifen "geschnetzelt" angeboten. "You must take this red things ..." wurde uns geraten. Und tatsächlich mit Preiselbeeren schmeckte es nicht mehr so nach "Hammelfleisch". Es war ziemlich fettfrei und erinnerte auch ein bisschen an Rindfleisch.

Einen ganz neuen Geschmack hatten wir mit der Limonade erlebt. Die dunkelbraune Flüssigkeit schmeckte nach Zitrone und allerlei Kräutern ...

... ein typisch finnisches Abendessen.

Im Ort gibt es kein Restaurant für Einheimische, denn die gehen nicht essen, haben wir uns im Sami-Museum sagen lassen. Dort gab es zahlreiche Tipps. Auch ein "Pasi" mit Schlittenhunden wurde uns empfohlen. Aber der war mit einem Meeting der Ortswichtigen beschäftigt ... er soll gut englisch sprechen, weil er mit einer Belgierin verheiratet ist und sie sich in englisch unterhalten ...

Huskies-Cape-Lapland, Enontekiö - FinnlandHusky-Touren dürften hier im Winter sicher richtig Laune machen. Oder Snowmobil-Safaris ...! Warum nicht ... mal sehen ...
Von Kiruna kommend gibt es am Ortseingang von Enontekiö einen großen Husky-Kennel. Wir waren dort und haben viele Huskies auf einem riesigen, eingezäunten Waldgrundstück gesehen - und gehört. Leider war keiner da, um uns die Hunde zu zeigen. Vielleicht gehört der Zwinger Pasi, der im Museum im Meeting war ...
15.6.09 20:50


Enontekiö (Hetta), Finnland ...

_D097666erst Regen, Donner und Blitz bei 8 Grad Kälte. Danach kam die Sonne heraus und es wurde für hiesige Verhältnisse warm (15 Grad).

Und dann haben sich unsere Abstecher von der Haupststraße in die Schotterwege in die Wildnis dann doch gelohnt. Wir haben unsere ersten Rentiere gesehen.

RentierDas Herumstapfen in den Büschen und Wäldchen war allerdings eine feuchte Angelegenheit. Finnland, vor allem die unberührte Wildnis ist total unter Wasser. Kein Wunder, dass es hier so viele Mücken gibt ... und die Rentiere vor den kleinen Monstern in die Berge flüchten, wo sie ihre Jungen kriegen und erst wieder in die Heimat zurückkommen, wenn die Insekten wieder verschwunden sind.

Es ist schon etwas Besonderes, diese doch recht großen Tiere zu sehen. Männlein und Weiblein bei den Rentieren tragen ein Geweih. Die Stellung innerhalb der Herde richtet sich auch nach dessen Größe - unabhängig vom Geschlecht ...
15.6.09 19:40


Finnland beginnt mit Regen ...

A_D097554Bei der ersten Etappe in Finnland heute morgen hat es jeweils kurz vor dem 6:00-Uhr-Start und dem 7:00-Start geregnet. Teilweise ab ca. 6:45 Uhr ziemlich heftig mit Blitz und Donner. Finnland meint es nicht gut mit den Europaläufern ...
15.6.09 07:01


Finnland ...

Karesuando-Swedish-Finish-BorderHier ist auf der einen Seite des Flusses die Kirche von Karesuando noch zu sehen. Das ist Schweden. Über die Brücke geht es nach Finnland, wo sich das Boot befindet. Auch in Finnland gibt es sofort Tankstelle, Souvenirladen und einen "Hier-gibt-es-alles - Shop" Der LIter Sprit kostet 1,43 €, ein bisschen teuerer als auf der anderen Seite der Brücke. Die Preise im Sovenirladen: ein kleines Elchgeweih 590 €. In Finnland wird in Euro bezahlt. An das ungefähre umrechnen hat man sich aber schnell gewohnt und so beginnt man sofort mit dem Dividieren ...

CabinsEine Hütte am Fluss hätte 35 € gekostet, zu zweit 30 € pro Person. Es rentiert sich also schon, einmal um die Ecke zu fahren und zu fragen. Außerdem wäre die "Cabin" auch noch originell gewesen - direkt am Fluss.

Und was man da für Fischchen fangen kann, zeigt der Angler an der Einfahrt ...

Fotos (Helmut Dietz): Finnland
15.6.09 05:55


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