Samen im Rica Hotel, Alta
Ehrlich gesagt hatten wir kaum Zeit, uns um Lappland und die Samen zu kümmern, so beschäftigt waren wir damit, das Finnmarkslopet zu begleiten. Wir haben die Finnmark gekreuzt und gequert und haben dabei viel vom Land, aber wenig von den Leuten gesehen. Allerdings haben wir im
Rica Hotel in Alta einige Samen getroffen. Darunter auch zwei Ladies mit ihrem typischen Samenschnuck, Kostenpunkt 6.000 und 3.000 Euro ...
Außerdem haben wir den Führer der Samen beim Closing Diner erlebt, sind sogar mit ihm zusammen am Buffet und im Hotellift gestanden und haben mit dem Vorsitzenden der Reindeer Husbandry gefrühstückt und uns viel über die Rentierzucht und das Leben der Samen grenzüberschreitend erzählen lassen. Er kommt aus
Kautokeino, ist aber offensichtlich in Sachen Rentierzucht und allem was dazu gehört in der großen, weiten Welt zu Hause ...
Hier geht es zu "seiner" Seite:
Reindeer Husbandry Zwei Gedanken des Gesprächs wollen wir hier widergeben:
Vom vollen aber verschlossenen KühlschrankDer Climate Change würde dazu führen, dass die Rentiere ihren gefüllten Kühlschrank nicht öffnen könnten. Durch die zunehmenden warmen Perioden im Winter taue der Schnee auf und friere bei erneuter Kälte wieder zu einer für Rentiere undurchdringlichen Eisdecke. Das führt zu Versiegelung des Boden, der Nahrungsgrundlage der Rentiere ...
Vom Internet als Kommunikations- und Fortbildungsmedium der Samen ...Seit es das Internet gibt, haben die Samen, wenn sie draußen bei ihren Herden sind, die Möglichkeit untereinander und mit zu Hause und natürlich mit der Welt in Verbindung zu bleiben. Außerdem die Chance, sich weiterzubilden, ohne von ihren Herden weg zu müssen. Die Weiterbildung ist eine - wenn nicht die einzige Chance - der Samen, ihre Bevölkerung vor Ort zu halten. Die Mädchen reisen zunehmend in die Städte, genießen dort eine gute Ausbildung und bleiben auch dort. Wenn ihre männlichen Landsleute nicht bzgl. Bildung nachrüsten. Das Internet spiele dabei eine große Rolle. Gelinge dies nicht, dann ist ein Ausbluten der Samen in Lappland zu befürchten, dann blieben nur noch die ungebildeten jungen Männer draußen bei den Herden ...
Finnmarkslopet Checkpoint Karasjok
Karasjok ist ein Samenzentrum. Und im Samenzentrum in Karasjok war auch der Checkpoint beim Finnmarkslopet untergebracht. Es gab allerlei Dinge dort zu kaufen. Sogar eine Glasbläserei war dort untergebracht. Alles sah recht ordenlich aus - aber halt auch ein bisschen zu "touristisch" ...
Das Foto zeigt
Ralph Johannessen nach seiner obligatorischen 8-Stunden-Pause in Karasjok sich wieder auf den Trail begebend - angefeuert von einem Mann in Samentracht.
Übrigens, wir haben eine Nacht im
Rica Hotel in Karajok übernachtet, für
1.450 NOK ...! Das darf man gar nicht in Euros umrechnen. Lappland ist leider sauteuer ...! Dagegen war das
Radisson Blu am Flughafen in Oslo für
995 NOK ein "Schnäppchen"!
Kein Wunder, fahren so viele Wohnmobile durch Lappland.
Weitere Fotos vom Finnmarkslopet gibt es hier:
Die Musherzeitung beim Finnmarkslopet 2010